Rekorde auf der Wiesn

September 27th, 2009 · No Comments

Seit dem ersten Münchner Oktoberfest im Jahr 1810 konnten schon einige Rekorde verzeichnet werden, über die man staunen und auch schmunzeln kann. An dieser Stelle sollen einige der Rekorde vorgestellt werden, die sicherlich nicht jedem bekannt sind.

Zum 100. Jubiläum der Wiesn wurde der erste Bierrekord aufgestellt. Schließlich gab es 1910 Grund genug zum Trinken, denn die Wiesn feierte ihren ersten dreistelligen Geburtstag und dabei wurden 12.000 Hektoliter Bier gezapft. Die längste Pause fand in den Jahren von 1939 bis 1948 wegen des Zweiten Weltkrieges statt. Als Ersatz wurde Ende der 1940er Jahre lediglich das kleinere Herbstfest gefeiert.

Zu einer Jubiläums-Wiesn kamen die meisten Besucher und das war im Jahr 1985, damals kamen ungefähr 7,1 Millionen Menschen zum Oktoberfest. In diesem Jahr konnte das Volksfest gleich zwei Jubiläen feiern und zwar das 151., denn so oft fand das Fest schon statt  und das 175., die Veranstaltung gab es nämlich schon so lange. Insgesamt fiel die Wiesn 24 Mal aus.

Von 1960 bis 1983 hatte sich der Wiesn-Besucher Karl Sorg beim bekannten Fotoschießen jedesmal selbst porträtiert. Mit dem Gewehr erreichte er die meisten Treffer und bereits bei einem Treffer wird ein Foto des Schützen an dieser Schießbude gemacht. Sehr merkwürdig ist, dass sowohl zum 25. Jubiläum 1835 als auch zum 100. 1910 und zum 175. 1985 der Halleysche Komet auftauchte.

Neue Schausteller und Attraktionen

Die erste Achterbahn von Deutschland präsentierte Carl Gabriel 1908 im Ausstellungspark von München. Bereits ein Jahr später stellte Max Stehbeck auf der Wiesn die erste „Figur-8-Bahn“ vor, die sich zudem noch transportieren ließ.

Für das Münchner Volksfest bewarb sich ein Schausteller im Jahr 1880, der eine gelehrte Hundefamilie hatte. Die Hunde waren Astrache-Spitze, die Karten spielen und sogar tanzen konnten. Aber noch mehr versetzten sie die Besucher in Erstaunen, als sie alle Regenten von Europa auf Fotografien erkannten.

Das Trinken auf dem Oktoberfest

Auf dem Oktoberfest kommt das entsetzliche Saufen eher selten vor, doch ein Fall ist aus dem Jahr 1901 bekannt, der sogar dokumentiert wurde. Ein Diplom erhielten in diesem Jahr die Herren M. und I. Hager für das Trinken von zehn Maß. Dabei trank wohl jeder der beiden Männer diese Menge an Bier, denn was sind schon fünf Maß, das sollen zu jener Zeit nämlich angeblich sogar schon die Kleinkinder geschafft haben.

Hier kann sogar die Behauptung aufgestellt werden, dass das Trinken bis zur Geschlechtsumwandlung stattfand, natürlich mit einem Augenzwinkern. Gerne wurden auch auf den alten Postkarten der Wiesn Bier trinkende Kinder abgebildet, dabei ist nicht allein das berühmte „Münchner Kindl“ zu sehen, sondern sogar andere Kleinkinder. Übrigens war das Münchner Kindl bis in die 1930er Jahre ein kleiner Junge und wurde erst später zu einem Mädchen.

Der urige bayerische Trinkspruch

Jeder der schon einmal die Wiesn besucht hat, kennt sicherlich den alten bayerischen Trinkspruch „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, der mit dem „Eins, Zwei, Drei – Gsuffa!“ einhergeht. Allerdings soll es sich dabei nicht um einen urbayerischen Trinkspruch handeln, sondern soll dieser wohl doch eher aus dem nordöstlichen Bayern stammen. Der Verfasser des Spruchs soll ein Herr aus Chemnitz sein mit dem Namen Bernhard Dittrich. Spätestens im Jahr 1912 war der Trinkspruch beim Oktoberfest immer wieder zu hören, wie damals ein Gast mit Widerwillen feststellte.

Der traditionelle Anstich

Der traditionelle Anstich ist noch ein sehr junger Brauch und fand erstmals 1950 statt, als Thomas Wimmer, der damalige Oberbürgermeister, das erste Bierfass öffnete. Seit dieser Zeit hat der jeweils amtierende Oberbürgermeister mit dem Anstich das Oktoberfest eröffnet. Das ist wahrlich keine einfache Aufgabe für den jeweiligen OB, denn sein Ansehen wird von der Anzahl der benötigten Schläge abhängig gemacht. Der heutige Oberbürgermeister Christian Ude hat es sogar schon mit zwei Schlägen geschafft, das erste Oktoberbierfass zu öffnen.

Das größte Bierzelt aller Zeiten

Im Jahr 1913 wurde das größte Bierzelt aller Zeiten aufgestellt. Das Pschorr-Bräu-Rosl-Zelt bot ungefähr 12.000 Besuchern auf 5.500 Quadratmetern Platz. Die Hofbräu-Festhalle ist das heutige größte Bierzelt und verfügt über etwa 10.000 Plätze.